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MAN 5to "Prolog"


Wer den kompletten Selbstbau eines kleinen Trucks scheut, kann mittlerweile fast alle Komponenten im Handel beziehen und zu einem kleinen Laster zusammensetzen.

Als Basis bietet sich der MAN 5 tonner von ROCO (Best.Nr 470) an. Dieses Fahrzeug ist geräumig und geländegängig zugleich. Mit etwas Glück bekommt man dieses Modell auch in der zivilen Version, wie hier den "Prolog". Es gibt aber auch Feuerwehr- und THW-Modelle auf Basis des ROCO-MAN.

Das passende Fahrgestell liefert z.B. die Firma "Stöhr". Der Antrieb und die Lenkachse ist auf Wunsch auch gleich dabei. Allerdings ist das nicht gerade ein "Schnellbaukasten", sondern vielmehr ein Materialsatz. Ein wenig Bastelspaß bleibt also trotzdem noch erhalten.
Wer einer kleinen Lötarbeit nicht abgeneigt ist, kann auch die Bodengruppe weglassen und gegen ein Fahrzeugrahmen aus Messingprofilen austauschen. Dadurch wird das Modell optisch nochmal etwas aufgewertet.

Das Servo, z.B. ein Graupner C141 oder GWS 5 Gramm Servo, wird kopfüber in die Bodengruppe eingeklebt. Zuvor sollten die Befestigungslaschen entfernt werden. Über einen kleinen Umlenkhebel wird ein Achsschenkel mit dem Servo verbunden. Die Gestänge sollten möglichst rechtwinklig geführt werden, um einen synchronen Radausschlag in beide Richtungen zu haben. Durch Längenänderung des Ruderhornes, kann der Lenkausschlag dem Servoweg angepasst werden. Deshalb empfiehlt es sich das Original Ruderhorn gegen einen MS-Draht mit Öse auszutauschen, der durch den Servodorn gebohrt wird.

Das Fahrerhaus und die Pritsche werden angepasst und auf die Bodengruppe geklebt. Um die richtigen Proportionen zu erhalten, kann ein zweites Modell zum optischen Vergleich herangezogen werden. Auch als Ersatzteilspender bietet sich dies Zweitmodell an. Im Bereich der Vorderachse muss wahrscheinlich der Radkasten etwas erweitert werden, damit die Räder in Kurvenfahrten oder Schlaglöchern nicht schleifen.
Als Fahrregler dient hier ein Miniregler von mikroantriebe.de. Eine Servoelektronik kann aber auch leicht modifiziert und als Fahrregler genutzt werden. Hierzu wird der Trimmer am Servogetriebe entfernt und gegen einen SMD 5kOhm Trimmer ersetzt. Nun kann hierüber der Nullpunkt eingestellt werden. Allerdings reagiert die Servoelektronik nicht sehr feinfühlig und der Neutralbereich ist sehr klein.
Z.B. Der jstmini bzw. der xp8 stehen als Empfänger zur Auswahl. Beide sind annähernd identisch. Lediglich beim Graupner xp8 müssen die Kabel direkt aufgelötet werden, da die Stecker zu viel Platz einnehmen.
Vier GP 120 mAh Akkus bilden die Energieversorgung des kleinen Lasters. Obwohl diese für eine Stunde Fahrspaß reichen, können durch kleine Steckverbinder leicht auch Wechselakkus realisiert werden.
Als Ladebuchse kommen kleine Printbuchsen zu Einsatz, wie sie als IC Fassungen erhältlich sind. Der Hauptschalter ist praktischerweise ein kleiner SMD-Schiebeschalter. In den beiden Staukästen unter der Ladefläche finden beide einen idealen Platz.


Das Hinterachsgetriebe ist für den Trial bestens geeignet. Kraftvoll genung für einen Allrader aber auch gerade noch schnell genug, um auch auf der Straße vorwärts zu kommen.

Konstruktionsbedingt sind mit der angetriebenen Vorderachse keine engen Kurvenfahrten mehr möglich. Hier sollte man vorher Prioritäten setzen. Da es die beiden Getriebe auch einzeln gibt, sollte das aber kein Problem sein.

Ist die Probefahrt erfolgreich absolviert, sollten alle Kabel auf das Mindestmaß gekürzt werden. Dann passt auch die Plane problemlos. Die Antenne kann auf ca 20 cm gekürzt werden und wird unter der Plane verstaut.

Nun folgt die optische Aufwertung, indem die Anbauteile (Tank, Auspuff, Staukästen,...) vom Originalfahrgestell abgetrennt und an den neuen Laster geklebt werden. Etwas Farbe vervollständigt das Werk.

Hier nun noch die "Einkaufsliste" der hier verwendeten Teile:

Komponente Bezeichnung, Bestnr. Hersteller Bezugsquelle
Modell MAN 4 tonner, Bestnr 470 ROCO Modellbahnhandel
Fahrwerk Bodengruppe, Getriebe, Vorderachse Stöhr www.tttt-parts.org
Empfänger jstmini, efm10 GWS www.mikroantriebe.de
Im Häldle 42
70327 Stuttgart
Servo pico 5,4 GWS www.mikroantriebe.de
Im Häldle 42
70327 Stuttgart
Fahrregler EST_RC500 mikroantriebe.de www.mikroantriebe.de
Im Häldle 42
70327 Stuttgart
Akkus 4x 120 mAh GP www.mikroantriebe.de
Im Häldle 42
70327 Stuttgart

Meine Erfahrungen während der ersten Probefahrten

Nach den ersten Tests folgten die Probefahrten durchs Gelände. Der erste Eindruck:
Fast etwas zu schwach motorisiert, aber auch an steilen Passagen muss nicht nachgeholfen werden. Der Wendekreis ist jedoch eindeutig zu groß. Daher kann er den Heckgetriebenen Fahreugen kaum das Wasser reichen.
Anschließend ging es in die Passagen, in denen die Heckgetriebenen gerne verzweifeln: Loses Geröll! Hier kann der Allrader seine Vorteile ausspielen. Aller 4 Räder fräsen sich langsam durch den Schotter. Durch die vollgekapselten Getriebe kann diese Grube auch ohne schlechtes Gewissen bewältigt werden.

Nach ca 4 Betriebsstunden zerlegte sich allerding das Kardangelenk des rechten Vorderrades. Die Ursachenforschung brachte schnell das Problem zu Tage. Das Kreuz des Gelenkes war gar keines. Schließlich sollten die beiden Stifte des Zentralen Kreuzes auf einer Ebene liegen. Leider wurde herstellerseitig ein Versatz von über 1mm realisiert. So war es nur eine Frage der Zeit, bis die Gelenke den Geist aufgeben.


Test, der 2. Teil:

Neuerdings ist die Vorderachse auch mit Federn anstatt der Kardangelenke lieferbar. Die Gelenke bestehen aus 1mm Stahlachsen die über eine 0.2mm Stahlfeder verbunden sind. Auch hier ist der Drehkreis des Rades recht weit innen, so dass die Räder beim Einschlagen recht unnatürlich im Radhaus verschwinden. Aber immerhin lassen diese "Gelenke" einen größeren Lenkeinschlag zu, so dass bei ausreichen Raum im Radhaus ein Wenden ohne große Rangierarbeit auf dem Modul möglich ist.

Wird das Fahrwerk etwas stärker belastet, z.B. bei Bergaufpassagen, so ist ein "Rattern" an den Vorderrädern zu erkennen. Die Federn speichern die Energie und geben dieses schlagartig an die Räder weiter. Den Gesammteindruck stört diese Eigenschaft jedoch nicht. Durch den nun kleineren Wendekreis kommt im Gelände richtig Spaß auf.
Die positiven Eindrücke im losen Geröll bestätigen sich auch bei dieser Version. Der Motor hat aber auch hier zu kämpfen. In Kurvenfahrten läuft der Truck merklich langsamer.

Leider war die Standzeit bei meinem Testexemplar der Vorserie mit ca 30 Minuten bis zum Totalschaden gering. Zunächst fingen die Räder fürchterlich an zu eiern. Ein Blick unter das Fahrzeug offenbarte dann das Problem. Durch die auftretenden Kräfte verbogen sich die schwachen Federn.


Nach Herstellerangaben ist dieses Problem in der Serienversion der Vorderachse nicht mehr aufgetreten, da die Federn optimiert wurden.
Das Hinterachsgetriebe und die Fahrwerkplatte waren bereits in der Vorserienversion sehr empfehlenswert. Schon diese beiden Teile dürften für den ungeübten Modellbauer eine große Hilfe auf dem Weg zum ersten selbstgebauten H0-Truck sein.

Erbauer: Thorsten Feuchter, 2002
 



 

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