

Die Plastikmodellbauer aus Bünde bieten seit langem den kleinen englischen Schlepper namens „Lucky XI – London“
als Standmodell an. Der ein oder andere mag sich jetzt fragen, was daran so interessant sein soll, ein kleines
Plastikmodell mit einer Funkfernsteuerung auf große Fahrt zu schicken. Als Antwort mag diesen Lesern der Maßstab
sein. Wie in der Überschrift, habe ich meinen Schlepper vom Maßstab 1: 107 auf 1: 87, also dem HO Maßstab
umgebaut. Wie kam es dazu ? Naja, eigentlich bekam ich das Modell, da es mir ein guter Bekannter als
Füllmaterial in einem Paket mitschickte. Nebenbei sei angemerkt, daß mir die Modelle auf den Seiten der
IG Mikromodell ja schon immer sehr sehr gut gefallen haben.................

Über das entstehen: Also begann ich, die berühmte Bastelkiste zu plündern: Ein „Standart“ Mabuchi-Kleinmotor,
Stevenrohr und Propeller, dazu passendes Messingrohr als Kortdüse und verschiedene andere Holzabschnitte waren,
wie üblich, schnell gefunden. Einzig ein Miniservo war nicht aufzutreiben. Also nahm ich das leichteste, das
ich übrig hatte. Über den Einbau der Fernsteuerung und der Antriebs- und Ruderkomponenten an sich will ich wenig
Worte verlieren – man trägt ja auch keine Eulen nach Athen.........und es gibt ja auch noch die beiliegenden
Bilder.

Antrieb und Kleinempfänger beziehen ihren Strom aus vier Ni-Cd Akkus. Diese liegen seitlich des
Motors / Wellenanlage und wurden per Silikon fixiert. Die Kortdüse besteht aus dem genannten Stück Messingrohr.
Als Ruderachse wurde rechtwinklig ein kleineres Stück Messingrohr aufgelötet. Als Ruderkoker habe ich ein
passendes Alurohr im Rumpf verklebt. Ich habe hierzu den Ruderkoker über die Achse geschoben und lose
eingesteckt. Dann wickelte ich um den Probeller solange Isolierband, bis der Innendurchmesser der Kortdüse
erreicht war. Nachdem der Propeller auf seiner Welle saß, zentrierte er recht gut die Kortdüse. Damit diese noch
mehr Ruderweg bekam, zeichnete ich den Rumpfverlauf nun auf die Kortdüse und schliff nach Demontage das Messing
mit der Minidrill aus. Dann alles wieder zusammengebaut, ausgerichtet, und mit Epoxyd-Harz verklebt. Dabei habe
ich noch 3 kleine Holzwinkel in das Harz eingelegt, damit der Koker ein wenig mehr abgestützt ist. Zum Abschluß
wurde zur Ansteuerung eine Ruderpinne aus Messingblech angelötet. Diese arretiert auch das Ruder. Die Mit einer
Spritze nebst Nadel kann man das ganze von unten „abschmieren“. Die Kortdüse hat einen überraschend guten
Wirkungsgrad – er schiebt gleich mit einer großen Bugwelle durchs Wasser und der Schlepper wird recht wendig.
Beim Stapellauf im Waschbecken bzw. später in der Badewanne, konnte ich fast auf der Stelle drehen, aber auch
sehr sanft „anlegen“.

Gleichwohl will ich zum Zusammenbau des Plastikbausatzes an sich nicht viel sagen, einzig das Deck wurde mit
Silikon aus dem Sanitärhandel aufgeklebt. So ist alles schön dicht und man kann später bei etwaigem Bedarf das
ganze wieder herunternehmen. Interessanter für den Nachbau ist wohl die Maßstabsänderung. Ich verwirklichte dies
indem ich zunächst sämtliche Seitenteile des Aufbaus von Handläufen, Äxten, Türen usw., befreite. Anhand einer
HO-Figur legte ich die Erhöhung fest.

Hierzu klebte ich jeweils an den unteren Rand der Seitenteile 3 mm hohe Plastikstreifen auf. Nach dem Ablüften
des Klebers das ganze verspachtelt und verschliffen, dann konnten auch schon die Lüftungsleitungen nach unten
verlängert werden.
Teil 2 folgt, sofern der Beruf es zuläßt......................
P.S.: Sollten sich andere Interessierte finden, die vielleicht auch noch in München wohnen – ich würde mich über
jeden Kontakt freuen (uli.barth@freenet.de). Mein Schlepper bekommt auf alle Fälle noch eine Baggerschutte
(von Kibri) aber vielleicht auch einen freien Nachbau eines Schwimmkranes – ich bin mir da noch nicht so ganz
sicher, was es wird..........und es macht ja doch immer mehr Spaß, wenn man mit mehr Modellen „unterwegs“
ist.
Erbauer: Uli Barth, 2003
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