

Aufgabe dieses Modells ist es, die Technologie für die 5g Klasse bereit zu stellen. Es soll als Anregung für Weiterentwicklungen dienen. Es wurde darauf geachtet, dass es mit einfachen Mitteln herzustellen ist und somit von geschickten Bastlern relativ schnell gebaut werden kann. Auf extremen Leichtbau wurde verzichtet. Es soll ein Erprobungsträger sein, um Erfahrung zu sammeln. Die bereitgestellte Leistung ist ausreichend groß. Das Modell ist mit einer relativ einfachen IR Anlage ausgestattet, die man aus käuflichen Anlagen ableiten kann. Es ist für Saalflug ausgelegt, kann aber später auch mit einer HF Anlage bei schönem Wetter im Freien geflogen werden.
Der Antrieb besteht aus einem 4x8 Motor mit einem 3,44:1 Untersetzungsgetriebe
und einem 50mm Propeller. Das Getriebe wurde aus einem Faulhaber Aufsteckgetriebe
gewonnen. Man kaufe sich ein solches Getriebe mit möglichst hoher Untersetzung
und zerlege es. Dann drückt man die Ritzel von den Rädern. Das Ritzel
wird mit einer Trennscheibe auf etwa 1,5mm gekürzt. Der Achsdurchmesser
beträgt 0,6mm, die Bohrung im Ritzel 0,8mm. Also habe ich ein Stahlröhrchen
0,8/0,5mm auf 0,6mm aufgebohrt. Das klingt schwierig, geht aber ganz einfach,
freihand mit einer Kleinbohrmaschine. Stahlröhrchen ablängen, Ritzel
mit Röhrchen auf die Achse schieben und aufkleben. Achtung: Hier kann es
Ärger geben. Ich mache es folgendermaßen. Man nehme 5min Epoxy, weil
er nicht so dünnflüssig ist und langsam aushärtet. Dann benetze
ich mit einer Nadel alle Oberflächen. Überschüssiges wegwischen.
Dann stecke ich alles zusammen und lasse den Motor während des Aushärtens
laufen.
Das Rad fräse ich von 1mm auf 0,2 bis 0,3mm. Man kann es auch schleifen.
Dann entgrate ich es mit einer rotierenden Drahtbürste. Bitte mit Lupe
kontrollieren.
Das Rad wird auf ein 1,5/1mm Röhrchen geschoben, das seinerseits auf ein
1/0,8mm Röhrchen gesteckt wird. Dort wird es angelötet. Wie man sieht,
arbeite ich nahezu ausschließlich mit Stahlröhrchen. Liferant: Rometsch
GmbH, Szillaweg 12 74081 Heilbronn.(www.rometsch-heilbronn.de;
info@rometsch-heilbronn.de).
Jetzt braucht man noch eine 0,8mm Achse. Ich nehme dazu immer Bohrer, weil sie
mit den Stahlröhrchen eine prima Passung bilden. Die Achsen müssen
einen Abstand von 4mm haben. Ich mache ein passendes Klötzchen aus Alu,
das ich auf den Motor klebe. Darauf binde ich den Bohrer, schiebe das Rad auf,
richte alles aus und lasse den Motor laufen. Der Leelaufstrom mit und ohne Rad
darf sich kaum unterscheiden. Wenn dieser Zustand erreicht ist, wird alles mit
einem Tröpfchen Sekundenkleber auf den Faden fixiert. Vorsicht: Der Tropfen
darf nicht zu groß sein. Die Kapillarkraft saugt den Kleber in jede Ritze.
Letzt schneide ich mir ein kurzes Stück 1/0,8 Röhrchen ab und schiebe
es als Anschlag auf die Achse. Dort wird es fixiert, Kleben oder Löten.
Diese Bauweise kann jeder mit einem Dremel nachmachen. Wer spanabhebend arbeiten
oder gar Laserschweißen kann, kann natürlich noch bessere Lösungen
finden.
Die Leistungsdaten des Antriebs sind in 5g Modell.xls
zu finden.
Das Modell
Flügel und Leitwerke werden aus 0,3mm Balsabrettchen geschnitten. Die Teile
werden mit 0,1x2mm CFK Leisten an der Vorderkante und den Seiten versteift.
Man kann auch Rovings nehmen. Ich klebe sie mit 5min Epoxy auf, damit sich das
Balsa nicht voll saugt. Bei den Leitwerken sind die Vorderkante auf der Unterseite
und die beiden Seiten auf der Unterseite aufgeklebt.
Der Flügel bekommt ein Kreisbogenprofil von etwa 5% Wölbung. Dazu
braucht man eine Helling. Ich habe ein 100m Abflussrohr verwendet. Das ist zwar
im Durchmesser zu klein, aber ich habe auf die Rückfederung gehofft, was
auch richtig war. Zuerst habe ich eine Folie als Schutz mit Tesa aufgeklebt.
Der Flügel bekommt auf der Unterseite an der Vorderkante ein 3x0,8mm Versteifung
aus Balsa. Die Vorderkante wurde dann auf beiden mit CFK Streifen versteift.
Auch die Seitenkanten wurden auf beiden Seiten auf der Helling mit CFK Streifen
verstärkt. Die Batterie wurde entsprechend der Kontur gebogen und auf der
Unterseite angeklebt.
Der Rumpf besteht aus einem CFK Stab von 150mm Länge und 1mm Durchmesser.
Integration des Modells
Zuerst wird der Antrieb vorne an den CFK Stab gebunden, ausgerichtet und mit
einem Tropfen Sek.Kleber versteift. Anschließend wird das Höhenleitwerk
angeklebt (5min Epoxy). Dann kommt das Leitwerk dran.
Jetzt muss man ein Balsateil als Flügelstütze herstellen: 50mm lang,
hinten 3mm, vorne 6mm, 0,8mm stark. Dazwischen muss man die Kontur an den Flügel
mit dem Akku anpassen. Die Stütze wird 75mm von der Hinterkante der Leitwerke
bis 125mm angeklebt, damit der Schwerpunkt passt. Zuletzt wird der Flügel
auf die Stütze geklebt. Da dies die einzige (stumpfe) Verbindung ist, nicht
mit Kleber sparen.
In diesen Zustand sollte das Modell noch keine 4g wiegen. Der Schwerpunkt sollte
bei ein Drittel der Flügeltiefe sein.
Um sicher zu gehen, dass das so ist und das Model richtig gebaut ist, sollte
man den Antrieb erst später einbauen und zuerst ein Dummy anbringen: z.
B. 4x7,5mm aus Messing. Dann kann man mit Gleitflügen feststellen, ob das
Modell in Ordnung ist. Es muss sauber gleiten und darf nicht über ein Seite
abkippen = Strömungsabriss. Wenn das passiert, ist der Anstellwinkel zu
groß. Dann muss man die Hinterkante des HLW etwas nach unten biegen, bzw.
ein Papier ankleben und nach unten biegen.
Integration der Ausrüstung
Das Modell ist momentan noch nicht mit einer Lenkung ausgerüstet. Das soll
erst in einer weiteren Ausbaustufe erfolgen.
Auf der Oberseite des Flügels befindet sich der IR Empfängerchip.
Der SMD Chip hat eine HF Abschirmung. Sie wurde entfernt, um Gewicht zu sparen.
Davor befindet sich der µP auf einer kleinen Platine, die auf 0,2mm abgefräst
wurde. Zwischen den Batterieanschlüssen befindet sich der Ladestecker.
Achtung: Es handelt sich um einen 2poligen Anschluss. Die Anschlüsse sind
farbkodiert (+ = rot, - = schwarz). Sie dürfen nie verwechselt werden.
Am Rumpf befindet sich der Schiebeschalter, davor der Sot23 Mosfet. Alles ist
mit sehr dünnen Drähten verkabelt, außer dem Motor.
Erbauer: Helmut Schweig, 2003
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